Generalsekretär Ulf Thiele MdL
29. 01. 2010 Die Landesfinanzen, die Bildungschancen unserer Kinder, die Wachstumspotentiale unserer Wirtschaft, die soziale und innere Sicherheit sowie die Verwaltungsmodernisierung – diese Themen standen auf der Tagesordnung der "Zukunftsklausur" der Niedersächsischen Landesregierung am 27./28. Januar 2010 in Vienenburg. Neben konkreten Beschlüssen sind mehrere substanzielle Arbeitsaufträge an verschiedene Ministerien Ergebnis dieser Tagung. Ministerpräsident Christian Wulff hat die Ziele klar formuliert: Niedersachsen soll gestärkt aus der schweren weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgehen, und das Land muss die Herausforderungen des demographischen Wandels meistern.
- Eine Analyse der Tagung im Kloster Vienenburg von Generalsekretär Ulf Thiele -
Die Vorzeichen, unter denen die Landesregierung in Klausur ging, um die Zukunftsthemen des Landes zu diskutieren, darf man mit Fug und Recht als bedrohlich bezeichnen. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Niedersachsen mit großer Wucht getroffen und die jahrelangen Anstrengungen für die Sanierung des Landeshaushaltes weit zurückgeworfen. Gleichzeitig wird die Bevölkerungszahl des Landes zurückgehen, und sie wird älter und bunter. Die Landesregierung unter Führung von Ministerpräsident Christian Wulff hat diese Herausforderungen entschlossen angenommen und Weichen gestellt.
Das Land und die Kommunen haben in den vergangenen Monaten die Konjunkturprogramme des Bundes zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zügig und erfolgreich umgesetzt. Niedersachsen hat von den klugen und nachhaltigen Investitionen in Bildung, Klimaschutz und Infrastruktur profitiert. Wir kehren auf den Wachstumspfad zurück. Jetzt kommt es darauf an, dass wir aus der schuldenfinanzierten Krisenbewältigung aussteigen. Die Landesregierung hat sich vorgenommen, bereits 2017 das grundgesetzliche Verschuldungsverbot für die Länder zu erfüllen. Darauf müssen der Landeshaushalt, das Dienstrecht, der Personalbedarf und die Behörden- und Verwaltungsstruktur ausgerichtet werden.
Die demographische Entwicklung macht auch vor den Bediensteten des öffentlichen Dienstes in Niedersachsen nicht halt. Die Pensionsausgaben steigen, und es zeichnet sich ein Fach- und Arbeitskräftemangel ab. Die Regelaltersgrenze soll für die niedersächsischen Beamten daher schrittweise angehoben und gleichzeitig flexibilisiert werden.
Die Modernisierung der Landesverwaltung wird fortgesetzt. Die dritte Phase der Verwaltungsmodernisierung soll zu noch schlankeren und leistungsfähigeren Strukturen führen.
Schlanker und effizienter soll auch die Struktur der Niedersächsischen Landesschulbehörde werden. Sie soll die Schulen qualitativ und schulfachlich beraten sowie pädagogisch-psychologisch unterstützen.
Zur Qualitätsverbesserung der Schulen will die Landesregierung einen Zukunftsvertrag mit Lehrerverbänden, kommunalen und privaten Schulträgern sowie Eltern- und Schülervertretern schließen. Den Hochschulen soll ein Folgevertrag für den Zukunftsvertrag I finanzielle Planungssicherheit geben.
Die Landesregierung nimmt Niedersachsen im Jahr 2020 in den Blick. Sie wird in den kommenden Kabinettssitzungen Perspektivpapiere zu den Megathemen "Bildung", "Mobilität und Logistik", "Gesundheit und Erholung", "Energie und Klimaschutz", "Ernährung und Landwirtschaft" sowie "Sicherheit" beschließen.
Leider hat sich die Opposition im Niedersächsischen Landtag aus der Debatte um die notwendigen Weichenstellungen für ein zukunftsfestes Niedersachsen verabschiedet. Keinen einzigen zielführenden und konstruktiven Diskussionsbeitrag haben SPD, Grüne und Linke zu den Beschlüsse von Vienenburg geleistet. Mit dieser Fundamentalopposition lässt sich die Zukunft unseres Landes nicht gewinnen. Es ist richtig, dass die Landesregierung mutig und entschlossen handelt und den Dialog mit den Niedersachsen über die Zukunftsperspektiven unseres Landes führt - für ein starkes NIEDERSACHSEN 2020.
Ulf Thiele ist Generalsekretär der CDU in Niedersachsen
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